Holmes: Have I Told You Lately That I Loathe You

Label: Blackstar / Cargo Records
VÖ: 18.06.2010
Spielzeit: 43:42 min
Bewertung: 10/12

Morgens nach Hause kommen, ein Croissant mit Honig, im Sommerregen stehen, die ersten Blätter fallen sehen, einen sehr guten Freund treffen – das sind nur einige schöne Momente, die so sind, wie die Musik von Holmes. Seit ihrem “So far, so so” besteht diese “Freundschaft”, dieses warme Gefühl. Musikalisch bewegen sich die Schweden zwischen fröhlich bunten Wiesen und düster dunklen Märchenwäldern.

Auch ihr neuestes Werk “Have I Told You Lately That I Loathe You” birgt diese Schön- und Schauerlichkeiten. Einsamkeit, Hilflosigkeit, Ängste, Sehnsucht, Kommen und Gehen, Stärken und Schwächen, Liebe und Hass – dies steht zwischen den Zeilen geschrieben, wenn man sich ihnen hingibt, wenn man sie einlässt. Mal poppig bei der Single “The Strangest Calm”, mal sehr reduziert bei “Olis”. Und dann plätschert das Piano harmonisch dahin, man hört die Luft knistern, bevor ein gigantischer Gitarrensound in Post-Rock-Manier aus der Tiefe emporkocht – flaches Atmen wird von tiefem Ein- und Ausatmen abgelöst (“Breathing”). Unterstrichen wird dies alles durch den Sound von Lap Steel und Akkordeon, der die Schwermut nicht vergessen lässt. Trotzdem befällt einen eine Leichtigkeit und diese Band bringt immer wieder Trost durch ihre aufopferungsvollen Klänge, die sie mit Per-Ola Erikkson (u.a. Björn Kleinhenz, Boy Omega) im letzten Winter aufgenommen haben.

Holmes halten einem mit “Have I Told You Lately That I Loathe You” weiterhin die Hand, wie ein alter Freund, den man auch bei Abwesenheit nie vergessen würde.

Tracklisting:
01. True Lies
02. Voices and Vices
03. I Still Remember
04. Afar
05. Malysz
06. The Strangest Calm
07. 46
08. Olis
09. Blod
10. A Bad Aubade
11. Breathing

Keine ähnlichen Artikel.