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Iceland Airwaves: Tag 1

Tag 1 des Iceland Airwaves Festivals fängt schon mal gut an: nass, kalt und windig hoch 10! Immerhin konnten wir uns schon seit Sonntag auf Land und Leute einstimmen und wundervolle Tage mit Sonnenschein und Sightseeing genießen bevor es heute Morgen hieß, für die heiß begehrten Björk Freikarten anzustehen. Auf 200 Stück limitiert verteilte der Plattenladen Smekkleysa die Tickets für das heutige Konzert in der neuen Reykjaviker Konzerthalle Harpa, wo Björk ihre Biophilia-Tour imposant eröffnen wird.

Reykjaviks neues Prachtstück: Harpa

Die Fans harrten trotz Windböen und Regen vor dem Plattenladen aus, so dass schon rund 1 Stunde vor Öffnung an die 300 Menschen eine lange Schlange bildeten. Am kommenden Sonntag geht es dann in die nächste Runde und das Spielchen geht von vorne los.

Hartgesottene Björk-Fans warten auf ihre Tickets

...und das bei Wind und Wetter seit den frühen Morgenstunden

Das Festival begann heute bereits gegen Mittag mit diversen „Off-Venue-Shows“, was nichts anderes bedeutet, dass die offiziellen Festivalbands mittags auch für Nicht-Festivalticket-Inhaber in kleinen Bars, Plattenläden, Hostels und Cafés in Reykjavik spielen. Den Anfang machten die Isländer GusGus um 13:00 h im Kex Hostel. Der heutige Tag stand vorrangig im Zeichen der beheimateten isländischen Bands. Leider musste eine der wenigen ausländischen Ausnahmen des heutigen Tages, der heiß gehandelte Singer/Songwriter Benjamin Francis Leftwich aus UK krankheitsbedingt kurzfristig seine Show in der Harpa Nordurljós absagen. Damit wäre dies neben The Vaccines, die ebenfalls schon einige Wochen vor dem Festival krankheitsbedingt canceln mussten, ein weiterer großer Verlust. Aber es standen ja heute Abend noch einige gute Isländer für uns auf der Bühne: Retro Stefson, Ourlives, Dikta und Of Monsters And Men (derzeit mit ihrem Debüt-Album „My Head Is An Animal“ auf Platz 2 der isländischen Charts). Ab 19:00 h begann das offizielle Festival-Lineup in 5 verschiedenen Venues.

Unser Abend begann mit Retro Stefson im Kex Hostel, deren Gig live auf KEXP, einem Radiosender aus Seattle (http://www.kexp.org), übertragen wurde. Leider spielten die blutjungen Ausnahmetalente, die Afrobeats mit Indierock und portugiesischen Klängen vermischen, nur 5 Songs. Die Stimmung war trotzdem ausgelassen – nicht zuletzt, weil die Band Interaktion vom Publikum forderte und u. a. eine Polonaise durch den Saal anzettelte. Highlight und Abschluss des Mini-Off-Venue-Gigs war sicher ihr Hit „Kimba“, den die beiden Band-Brüder Unnsteinn und Logi ihrer angolischen Mutter widmeten, die auch im Publikum mitrockte.

Retro Stefson im KEX

Unsere nächste Show stand im HARPA statt. Das große Kultur- und Kongresszentrum wurde vor wenigen Wochen erst am Hafen von Reykjavik eröffnet. Verteilt über drei Säle ist das Iceland Aiwaves 2011 eine der ersten Veranstaltungen in diesem pompösen Gebäude. Im zweitgrößten Saal, dem Nordurljos-Saal schauten wir uns Ourlives an, eine aus Reykjavik stammende Indie-Band mit ersten internationalen Erfolgen. Ihre 40-minütige Show war behaftet von spannender Melancholie mit strömenden Indie-Gitarren plus eingängiger Melodien, wovon ihr Song „Blisfull Ignorance“ ein Highlight darstellte.

Ourlives in der Harpa Nordurljós

Als nächstes standen Dikta auf der Bühne, die bereits seit mehr als zehn Jahren als Größe im isländischen Musikgeschäft gelten. Zunächst saß fast das ganze Publikum auf dem Boden und auch nach 3 Songs und einigen verbalen Anstachelungen der Band, ließ sich 80% des Publikums nicht zum Aufstehen bewegen, was allerdings nicht am Auftritt der Band lag, denn die steuerte sowohl treibende Rocksongs als auch wundervolle Balladen bei. Es lag wohl vielmehr daran, dass das Gemüt der Isländer im Allgemeinen eher unhektisch und gelassen an Dinge heran geht. Spätestens aber beim Hit „Thank You“ waren alle wieder auf den Beinen und feierten die Band mi Mitsingchören.

Träge Fans? Nein, man lässt es hier in Island einfach gemütlich angehen...

Dikta live

Aufgrund des Ausfalls von Benjamin Francis Leftwich hatten Dikta sogar noch Zeit für 3 Songs mehr, so dass das Set nach ca. 1 Stunde zu Ende ging. Anschließend ging es für viele Festivalgänger noch Richtung Innenstadt, wo in den Locations Nasa, Faktorý, Asterdam und Gaukur Á Stöng bis 1:00 h bei Bands wie Of Monsters And Men, Bix, RVK Soundsystem und Ikea Satan weitergefeiert wurde.

 

 

Manuel Schreiner

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