Was „Suego Faults“ sind, konnte uns selbst Max McElligott, Sänger und Mastermind hinter dem Soloprojekt Wolf Gang nicht ganz genau erläutern. Wir trafen den in London ansässigen Musiker mit deutschen Wurzeln im Rahmen seines Konzerts im Vorprogramm von The Naked & Famous in der Frankfurter Jugendkirche St. Peter.
Max, Du bist bekanntlich ein Multi-Instrumentalist. Welches Instrument spielst Du am liebsten?
Mein liebstes Instrument ist definitiv das Klavier. Zu meiner Freude und um Songs zu komponieren, ist das Klavier das beste Instrument. Man hat damit alle Möglichkeiten und kann zum Beispiel anhand von Akkorden diverse Stimmungen fabrizieren. Es kann von böse über romantisch bis hin zu destruktiv klingen. Aus einem Klavier lassen sich verschiedenste Emotionen hervorlocken. Bei anderen Instrumenten finde ich dies viel komplizierter.
Wie lange spielst Du schon Klavier?
Ich spiele es schon mein ganzes Leben lang. Als ich noch sehr klein war, nahm mich meine Mama auf ihren Schoß und spielte gemeinsam mit mir auf ihrem Klavier. Da muss ich in etwa drei Jahre alt gewesen sein. Ich hatte nie Unterricht und habe mir das Spielen selbst beigebracht.
Den Klang welches Instruments magst Du am meisten?
Es hängt ganz von meiner Laune ab. An manchen Tagen mag ich nur den Klang akustischer Instrumente wie eben eines Klaviers oder einer alten Gitarre. In jüngster Zeit jedoch habe ich vermehrt mit Synthesizern und deren unterschiedlichsten Sounds experimentiert.
Bist Du denn zuvor schon einmal an einem derart ungewöhnlichen Ort wie dieser Kirche hier in Frankfurt aufgetreten?
Das ist die erste Kirche, in der ich jemals gespielt habe. Ich finde das sehr spannend. Wir haben schon an bizarren Orten gespielt wie zum Beispiel auf einem Boot zuhause in England. Letztens sind wir sogar in einem Büro aufgetreten, in dem die Angestellten parallel noch gearbeitet haben. Das war schon ein wenig seltsam. Ich weiß bis heute noch nicht so recht, weshalb wir dies überhaupt gemacht haben. Ich glaube, es war für eine Werbeagentur. An diesem Tag spielten dort mehrere Bands.
Gibt es einen bestimmten Ort, an dem Du irgendwann einmal spielen möchtest?
Irgendwann will ich einmal auf der Main Stage in Glastonbury spielen. Aber eigentlich mag ich jeden Ort, an dem wir spielen. In Australien und Neuseeland fand ich es toll. Aber auch Schottland ist immer wieder schön, da ich dort aufgewachsen bin. Aktuell das erste Mal in Deutschland aufzutreten, ist für mich auch besonders, denn ich bin zur Hälfte Deutscher. Meine Mutter kommt aus Hamburg. Überall, wo wir als Band hinkommen, gibt es einen Grund, es toll zu finden.
Sprichst Du denn auch Deutsch?
(Anm. d. Red.: Er sagt auf Deutsch…) Nur ein bisschen! Mein Deutsch ist sehr schlecht. (Max spricht weiter auf Englisch…) Ich konnte es mal ganz gut, aber jetzt nicht mehr. Ich könnte dieses Interview auf keinen Fall auf Deutsch mit Euch führen.
Was sind eigentlich genau “Suego Faults”, nach denen Du Dein Debüt-Album und auch einen Song benannt hast?
Das Wort habe ich mir selbst ausgedacht. Ich hatte einmal einen Traum über diesen utopischen Ort, an den ich gehen würde. Dieser Ort hieß „Suego Faults“. Als ich aufwachte, habe ich sofort im Internet nachgeforscht, ob es diesen Ort wirklich gibt, aber ich habe nichts zu diesem Namen gefunden. Deshalb dachte ich mir, dass es eine gute Idee sei, das Album so zu nennen. Meiner Meinung nach klingt das Album sehr verträumt und wie aus einer anderen Welt. Die Texte sind oft mysteriös und es macht das Werk interessant. Ganz oft höre ich von Leuten als erstes diese Frage, die ich sehr gut finde. In dieses Wort kann man ja auch eine Menge hineininterpretieren. Es bedeutet den Fans bestimmt etwas anderes, als es mir bedeutet. Letzten Endes bleibt die Interpretation von „Suego Faults“ jedem selbst überlassen.
Dein Album-Artwork beinhaltet einige teilweise gruselig anmutende, künstlerische Fotografien. Welches Konzept wolltest Du damit verfolgen?
Ich denke, das alles passt perfekt zum mystischen Albumtitel und den Träumen, die ich manchmal habe. Wir wollten es etwas übertreiben und theatralisch darstellen, wie aus einer anderen Welt. Wenn man sich die mysteriösen Charaktere auf den Fotos genau ansieht, dann fragt man sich schon, woher sie kommen. Wir haben mit einer tollen, kreativen Stylistin zusammengearbeitet, die in England im High-Fashion-Bereich sehr angesagt ist. Sie hat die Leute mit diesen fantastischen Kostümen eingekleidet. Ich finde, sie sehen gleichzeitig historisch und futuristisch aus. Man kann es nicht wirklich fest machen, wie es wirkt. Außerdem kommt das britische Element meiner Ansicht nach gut zur Geltung. Der Fokus lag jedoch auf der Romantik. Für die Aufnahmen sind wir zu einem alten Landhaus gefahren, das entlegen und runtergekommen ist. Martina, unsere schwedische Fotografin, hat einen echt guten Job gemacht. Sie hat eine eigene Welt kreiert, die im Albumartwork auflebt. Für mich ist es einfach perfekt.
Bist Du denn ein Fan von Kunst?
Ich mag Kunst sehr und wünschte, ich wüsste besser darüber Bescheid als ich es tue. Ich denke, Kunst ist sehr wichtig. Es ist schön, etwas mit dem Albumartwork anzustellen anstelle einfach ein Bild von mir oder der Band abzudrucken.
Wie sehen Deine nächsten Ziele aus?
Derzeit schreibe ich gerade Songs für mein zweites Album, welches ich so schnell wie möglich veröffentlichen möchte. Am liebsten noch vor der Festivalsaison 2012. Generell möchte ich erst einmal weiterhin Konzerte spielen, Leute treffen, neue Länder bereisen und vor unterschiedlichem Publikum auftreten. Man weiß nie, wie lange der Erfolg so anhalten wird, deshalb muss ich es genießen. Ich denke nicht so weit in die Zukunft, allerdings möchte ich schon auf stets größeren Bühnen spielen.
Wird Wolf Gang ein Soloprojekt bleiben oder denkst Du darüber nach, eine richtige Band zu gründen?
Ich bin mir nicht sicher. Im Moment bin ich beim Songwriting lieber alleine in meinem Schlafzimmer, weil dies ein sehr persönlicher Prozess für mich ist. Ich empfände es als unangenehm, dies mit einer anderen Person teilen zu müssen. Aber man kann ja nie wissen, was die Zukunft so bringt.
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