Interview: Team Me

Nachdem die smarten Norweger von Team Me im Frühjahr mit The Wombats auf Tour waren, sind sie auch hierzulande kein unbeschriebenes Blatt mehr. Am Tag der VÖ ihres Debütalbums  „To The Treetops!“ trafen wir 5/6 der Band im Rahmen des Iceland Airwaves Festivals im Reykjaviker Nordic House, wo sie einen kostenlosen Off-Venue-Gig spielten. Zudem wurden wir live Zeuge, wie die Band direkt auf Platz 1 der i-Tunes Album-Charts in ihrer Heimat Norwegen einstieg. Prost darauf!

Team Me

Ihr wart vor kurzem mit The Wombats auf Europa-Tournee. Gibt es da eine spezielle Beziehung zu Tord von den Wombats, der ja auch wie Ihr aus Elverum stammt?
Simen 1: Unsere Synne ist Tords kleine Schwester. Und Marius ist schon seit Ewigkeiten mit Tord befreundet.
Marius: Wir sind zusammen aufgewachsen.

Marius, existiert Tords und Deine gemeinsame Band SiN noch?
Marius: Ja, wir arbeiten immer noch zusammen als elektronisches Pop-Duo. Im Dezember werden wir wieder gemeinsam ins Studio gehen, um neue Songs aufzunehmen.

Funktioniert die Zusammenarbeit mit Tord und Dir denn gut, da ihr ja beide auch in Euren anderen Bands spielt?
Marius: Eigentlich schon. Wenn wir Gesprächsbedarf haben, dann greifen wir zum Telefon. So können wir vieles miteinander abstimmen. Wir haben einfach Spaß daran, zusammen Musik zu machen und wollen das auch nicht so schnell aufgeben.

In diesem Jahr haben Team Me schon eine EP herausgebracht. Wann können denn die deutschen Fans mit Eurem Album „To The Treetops!“ rechnen, dass heute bereits in Eurer Heimat veröffentlicht wurde?
Marius: Es erscheint zwar heute in Norwegen, ich denke aber nicht, dass es vor 2012 im restlichen Europa erhältlich sein wird. Sorry, da müsst Ihr Euch leider noch etwas gedulden.

Team Me in der Bibliothek des Nordic House in Reykjavik

Im Video zu Eurer Single „Dear Sister“ seid Ihr sportlich sehr aktiv. Auch Euer Bandname stammt aus der Sport-Ecke. Seid Ihr denn auch im wahren Leben Sportskanonen?
Simen 1: Uno ist ein sehr guter Eishockey-Spieler.
Uno: Ja, ich habe Eishockey gespielt bis ich 20 wurde. Danach musste ich leider aufhören, da ich eine Knieverletzung hatte und danach nicht mehr Schlittschuhfahren durfte. Das war echt hart – aber dafür habe ich entsprechend mehr Musik gemacht.
Marius: Uno stapelt echt tief! Er hat sogar in einer Profiliga gespielt.
Uno: Ja, aber nicht in der 1. Liga…
Marius: Aber fast!!
Uno: Synne hat bei unserem Video die Regie geführt. Und sie hat immerhin selbst auch Fußball gespielt. Sie war echt gut.
Synne: Naja, das sagt er. Ich hab auf allen möglichen Positionen gespielt.
Marius: Und wir können gut Snowboarden!
Simen 1: Ich habe fast einen Sponsoren-Vertrag bekommen. Damals bin ich vier bis fünf Mal die Woche auf einem Berg Snowboard gefahren, der eine Stunde von unserem Wohnort entfernt liegt. Eigentlich sollte ich auf eine Art Snowboard-Internat gehen, aber das wollte ich nicht und hätte beinah ganz mit dem Snowboarden aufgehört.  Wenn ich zu Hause zu Besuch bin, dann fahre ich noch ein bisschen – aber das kommt höchstens 2 bis 3 Mal im Jahr vor.
Simen 2: Es ist eigentlich schon genug Sport, in einer Band zu spielen und sich auf der Bühne einen abzuschwitzen. Ich brauche für jeden Song, den ich spiele, beinahe ein Handtuch. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht gut trainiert bin.
Marius: Zählt Tischtennis denn auch als Sportart? Dann sind wir auf diesem Gebiet auch echt sportlich. Einmal im Monat arrangieren wir ein kleines Tischtennis-Turnier untereinander.
Synne: Letztes Mal standen Marius und ich im Finale.
Marius: Ich habe gewonnen – darüber kommt Synne bis heute nicht hinweg.

Synne, Du hast beim Videodreh Regie geführt. Was war Deine Idee hinter dem Clip?
Synne: Wir wollten einen nicht kommerziellen Clip drehen. Gleichzeitig wollten wir Spaß haben, so wie wir selbst sein und tanzen.
Marius: Es hat auch einen psychedelischen Touch und wirkt etwas surreal.
Synne: Ich wollte eine surreale Welt kreieren und eine bestimmte innere Einstellung abbilden.

Eigentlich wollten wir Euch noch nach Eurer Lieblingssportart fragen – aber das habt Ihr ja schon vorweg genommen: Tischtennis!
Simen: Alle außer unserem Schlagzeuger Bjarne und Synne würden dem zustimmen.

Euer Album erscheint heute in Norwegen, wie wir schon gehört haben. Was sind Eure nächsten Ziele?
Marius: Wir müssen jetzt erst mal viele Auftritte absolvieren und unsere neuen Songs so vielen Leuten wie nur möglich vorstellen. Das ist unser wichtigstes Ziel. Nebenher werden wir aber schon neue Stücke produzieren, während wir auf Tour sind. Wir haben nämlich mittlerweile einige neue Songs geschrieben, die wir gerne fertigstellen möchten. Vielleicht werden wir vor Weihnachten sogar noch eine weitere EP herausbringen.

Wann habt Ihr die Aufnahmen zu Eurem Debütalbum fertig gestellt?
Marius: Damit waren wir im Juli fertig geworden. Die Aufnahmen sind in einem Studio in Oslo namens „The Propeller“ entstanden. Ein Teil davon wurde jedoch in einer Turnhalle in unserer Heimatstadt Elverum eingespielt.
Simen: Es war nicht die gleiche Turnhalle, in der das Video gedreht wurde. Allerdings war es ein recht ähnliches Gebäude.
Marius: Hierfür hatten wir ein mobiles Studio nach Elverum gekarrt, um damit Chorgesänge und Percussion aufzunehmen. Damit wollten wir einen speziellen Vibe erzeugen. Man fühlt sich ein wenig klaustrophobisch, wenn man sich die ganze Zeit in ein kleines Studio einschließt. Daher war es eine gelungene Abwechslung, an einem anderen Ort aufnehmen zu können und dann noch nach draußen zum Hechte fischen und Wein trinken gehen zu können. Das war besser, als uns gegenseitig auf den Keks zu gehen.

Was ist für Euch das Besondere, hier auf dem Iceland Airwaves Festival auftreten zu können?
Marius: Für mich persönlich sind es vor allem die musikalischen Einflüsse, die aus Island entspringen wie Björk, Sigur Rós und Múm. Ich bin sehr vom isländischen Sound fasziniert. Als wir hierher geflogen sind, hatten wir im Flugzeug Screens an den Sitzen vor uns, auf denen wir Filme gucken konnten. Sie hatten tatsächlich den Sigur Rós Film „Heima“ zur Auswahl. Ich habe ihn mir angesehen und angehört. Er ist wirklich magisch!  Sigur Rós zu lauschen während man im Landeanflug auf Island ist, ist schon etwas ganz Besonderes. Für mich ist nicht nur die Musik hierzulande faszinierend, sondern eben auch die ganze Szenerie um das Festival herum wie die Vulkane und Geysire.
Uno: Ich stimme dem voll und ganz zu. Es ist schon anders als in unserer Heimat Elverum. Ich wollte schon immer einmal nach Island kommen und sehen, wie es so ist. Jetzt sind wir endlich hier und können gleichzeitig Musik machen. Das ist eine echte Win/Win-Situation.
Marius: Es ist fast wie Urlaub und wir haben schon so viele nette Menschen hier kennengelernt. Zudem haben wir schon Owen Pallett getroffen.

Gibt es einen bestimmten Ort auf der Welt, an dem Ihr gerne mal auftreten wollt?
Uno: Ich würde gerne einmal auf den Galapagos-Inseln spielen. Ich weiß allerdings nicht, ob sich das jemals realisieren lässt.
Simen 2: Und in Tokio!
Marius: Ja, da müssten wir uns alle als Manga-Charaktere verkleiden und total ausflippen.
Uno: Ich würde gerne zurück nach Australien gehen, denn ich habe dort 3 Monate lang gelebt. Es wäre cool, zurück zu kehren, um alles wieder einmal zu sehen und ein paar Gigs zu absolvieren.

Team Me live im Nordic House

Wenn Ihr Team Me live erleben wollt, dann schaut sie Euch hier an:

 
22.11.11 Heidelberg, Karlstobahnhof (als Support vom FM Belfast)
24.11.11 Stuttgart, Goldmarks
26.11.11 München, on3 Festival

 

 

 

 


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