Das aus Montreal, Kanada stammende Quintett Elephant Stone mischt gekonnt Indiepop mit psychedelischen und indischen Klängen. Nachdem Sänger Rishi Dhir aus der Band High Dials ausgestiegen war, die er bis 2006 als Bassist und Sitar-Spieler unterstützte, gründete er mit seinen Kumpels Bobby, Gab, Jules und Greg seine eigene Combo Elephant Stone, deren Debütalbum „Seven Seas“ 2009 erschien. Wir trafen Sänger und Multi-Instrumentalist Rishi zum Interview.
Rishi, gibt es einen Bezug zwischen Eurem Bandnamen und dem gleichnamigen Song der Stone Roses?
Unser Bandname hat unterschiedliche Wurzeln, aber die wohl größte stammt von den Stone Roses. Eigentlich wollte ich die Band schlicht „Elephant“ nennen, denn ich liebe diese weisen, intelligenten Tiere. Sie halten ewige Freundschaft und haben ein gutes Gedächtnis. Und sie sind mit dem Hindu-Gott Ganesh verwandt. Ich besitze auch einen Ganesh aus Sandstein. Und dann verehre ich natürlich auch die Stone Roses, die meiner Ansicht nach das beste Debütalbum aller Zeiten geschrieben haben. Aus all diesen Gründen haben wir die Band Elephant Stone genannt.
Also, bist Du sozusagen mit britischer Musik groß geworden?
Ja, meine absolute Lieblingsband ist Teenage Fanclub. Ihr Album „Bandwagonesque“ hat mein Leben verändert. Ich bin ein riesiger Musikfan – das bestimmt einfach mein Leben. Wir waren sogar auf der letzten Teenage Fanclub Tour in Kanada Support für die Herren bei deren Gig in Toronto. Dabei ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen: Wir haben sie kennengelernt und haben gemeinsam mit ihnen abgehangen. Jetzt sind wir befreundet. Norman ist wirklich ein sehr netter Kerl! Gerard und ich schreiben uns ab und zu und er wird auch zu unserem Konzert in Glasgow kommen. Ich bin definitiv mit Indie und Britpop aufgewachsen!
Du bist ja ein wahrer Multi-Instrumentalist. Welches Instrument spielst Du eigentlich am liebsten?
Die Sitar! Als Teenager habe ich hauptsächlich Bass gespielt. Mit der Sitar habe ich erst 1997 angefangen. Das Instrument ist sehr außergewöhnlich und setzt sich in der Handhabe von anderen ab. Zunächst einmal muss ich zum Spielen mich auf den Boden setzen und meine Schuhe ausziehen. Ich bin aber auch klassisch ausgebildet worden. In einer Rockformation zu spielen, ist etwas komplett anderes.
War es schwierig für Dich, Sitar spielen zu erlernen?
Oh ja! Ich nehme noch immer Unterricht. Mein Lehrer ist sogar Deutscher! Er heißt Uwe Neumann und hat 10 Jahre lang in Indien gelebt. Er sieht aus wie Charles Manson und wohnt mittlerweile so wie ich in Montreal. Er ist ein brillanter Sitar-Spieler. Ich nehme jetzt schon seit 12 Jahren bei ihm Unterricht, ein Mal pro Woche wenn ich zu Hause bin. Ich bin aber immer noch nicht gut genug. Für eine Rockband reicht es aber gerade.
Deine Sitar sieht sehr teuer ist. War sie das auch?
Sie ist ein empfindliches Instrument, denn sie wurde auch einem hohlen Kürbis gemacht. Es macht mich immer nervös mit ihr auf Reisen zu gehen. Sie ist in etwa 1.000 $ wert. Sie stammt aus Handarbeit und ist schon ein echtes Kunstwerk und ein Hingucker. Und in den richtigen Händen klingt sie auch noch gut!
Welches Instrument hörst Du am liebsten?
Eigentlich wieder die Sitar, denn sie kann Vieles. Sie hat einen natürlichen Hall und kann auch verzerrt klingen. Sie hat ein dynamisches Klangspektrum.
Aufgrund der Sitar-Klänge in Eurer Musik wollen wir gerne einmal wissen, inwieweit Dich traditionelle indische Musik beeinflusst?
Ich bin ein Musikfan unterschiedlichster Kategorien. Ich wuchs mit Bollywood-Musik auf, denn meine Eltern haben andauernd Bollywood-Filme geschaut und ich habe jeden Samstag-Abend mit ihnen auf dem Sofa gesessen. Vieles von dieser Musik ist Heavy Funk oder Synthie-Pop. Es ist ein Mischmasch aus unterschiedlichen Kulturen. Ein weiterer großer Einfluss kommt von Ravi Shankar. Die erste Platte seines Neffen ist ebenfalls großartig! Er mischt darauf Garage-Rock mit klassischer indischer Musik. Zudem bin ich ein großer Cornershop-Fan. Ich mag einfach Musiker, die über den Tellerrand hinaus sehen.
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