Breton: Infos und Videos zum kommenden Album “Other Peoples Problems”

Die schwierigste Frage, die man Breton stellen kann ist die, welche Art von Musik sie machen. Der Unfähigkeit das zu beantworten, entspringt die Essenz ihres künstlerischen Schaffens: Ein herausfordernder Mix aus zerstückelten Popsongs, unruhigem HipHop und schwerer Elektronik: Bretons Musik ist das Ergebnis einer audiovisuellen Autopsie, in der sie die Populärkultur auseinander brechen, um sie anschließend in ihrem ureigenen Mix wieder zusammen zu setzen.

Hervor gegangen aus der Süd Londoner Hausbesetzerszene formierte sich das Quintett aus Roman Rappak, Adam Ainger, Ian Patterson, Daniel McIlvenny and Ryan McClarnon 2010 ursprünglich, um Filme zu machen. Nicht irgendwelche Filme, sondern visuelle Abenteuer, begleitet von speziell darauf abgestimmten Klanglandschaften und Live-Performances. Dafür die richtigen Auftrittsorte zu finden, fiel nicht leicht und so waren es vor allem die DIY Club Nights im hippen Musikszeneviertel New Cross, die dem Kollektiv die Möglichkeit gaben, ihre experimentelle Kunst unters Volk zu bringen. Deren zunehmende Begeisterung veranlasste Breton überhaupt erst dazu, die Soundtracks ihrer Filme als Album zu veröffentlichen.

Das Debüt „Other People’s Problems“ entstand im kreativen Headquarter der Künstler „The Lab“, einer umgebauten Bank im Londoner South East. Als BretonLABS arbeiteten sie von hier aus als Remixer und Videoclip-Regisseure bereits für Musiker wie Tricky, Esben and the Witch, Temper Trap oder Tom Vek. Letzteren begleiteten sie außerdem auf seiner jüngsten UK-Tour, der Support für Ghostpoet steht kurz bevor und der NME hat die Band schon auf ihren Radar als eine der Top 100 in 2012 gesetzt. Neben all diesen musikalischen Erfolgsmeldungen, sind es auch ihre Filme, für die das Künstler-Kollektiv bereits mehrfach ausgezeichnet und auf renommierten Festivals nominiert gewesen ist. Denn Breton sind nie nur Musik oder nur Film. Sie vereinen beides auf faszinierende Weise. Auch in ihren Live-Shows, liefern die Londoner eine intensive, nahezu hypnotische Performance, in der sie – in schwarze Kapuzen gekleidet – vor der Projektion ihrer Filme agieren. Die perfekte Symbiose aus Sound und Zeit, Rhythmus und Optik.

Neben der Kunst Pop-Architektur, die Breton um ihre Genre-Sprengungen errichten, sind es auch Bands wie Guns ‚N’ Roses, NWA oder Michael Jackson, die ihren Sound beeinflusst haben. Das wiederum liegt auch an der musikalischen Sozialisation Rappaks im post-kommunistischen Polen mit seiner Mixtape-Piraterie.

Ähnlich unkonventionell zeigen sich Breton beim Schreiben ihrer Songs. Da schrecken sie vor traditionellen Methoden zurück und setzen lieber auf die Klangkulissen ihrer Umgebung als Ausgangspunkt: Knarren und Quietschen, Sirenen, U-Bahnen, die Geräuschkulisse eines Cafés und das Surren alter Instrumente finden ihren Weg in die Musik. „Wir möchten diese klassischen Prozesse aufbrechen und nicht dieselben Sounds und Stimmen machen, wie Millionen anderer Menschen vor uns“, sagt Roman Rappak. „Deshalb vermeiden wir Sounds, Loops und Standards, die jeder benutzt und bemühen uns um einzigartig gewachsene Sounds, in dem wir zum Beispiel in unterschiedlichen Räumen und von unterschiedlichen Winkeln aus aufnehmen – ursprünglich, menschliche Fehler zulassend, zischend und summend.“

„Other People’s Problems“ ist eine hochgradig ansteckende Platte, die neben den bereits erwähnten Einflüssen Rappaks auch Künstlern wie Portishead und Quincy Jones huldigt und die Massen genauso anspricht, wie den vergeistigten Musikliebhaber. „Es geht allein um Gleichgewicht und Ungleichgewicht“, sagt die Band. „Wir sind so an die Regeln und die Methodik elektronischer Musik gewöhnt, dass es wirklich spannend ist, diese Maschinen so zu benutzen, dass sie organisch und menschlich klingen und die Leute damit auf eine interessante Art in Unruhe versetzen.“ „Mehr Punk geht nicht“, ergänzt Rappak.

Die erste, im November 2011 als doppel A-Seite erschienene Single „Edward The Confessor/ Kensington System“ demonstriert den nahezu unergründlichen Sound, in dem sich unterschiedliche musikalische Genres zu einem überraschenden Stil verdichten. Faszinierend, atmosphärisch und düster erheiternd enthüllt der Sound mit jedem Hören neue komplexe Schichten und versteckte Tiefen.

Genauso wie „Edward The Confessor“ schlägt auch der Song „The Commission“ mit einem beeindruckenden Video auf. BretonLABS haben zusammen mit dem Motion Grafik Künstler Stuart Sinclair ein Weltraumszenario entwickelt, in dem von schwachem Licht erleuchte Satelliten und ein müde drein blickender Astronaut, alias Schauspieler und Beat Poet Patrick Lyons, eine Szenerie jenseits galaktischer Triumphe zeigen.

Für „Other People’s Problems“ schickte ihr Label Fat Cat Breton mit ihren Lab-Aufnahmen nach Island, in die idyllischen Studios von Sigur Ros, um ihren digitalisierten Songs mit dem richtigen Vintage Euqipment Wärme und Tiefe zu verleihen. Der Düsseldorfer Komponist Hauschka nahm die Streicher auf und These New Puritans Schlagzeuger Thomas Hein übernahm mit HipHop Legende Harry Love zusammen für drei Songs das Mixing. Den Entwicklungsprozess ihrer Platte haben die Experimentalisten – wie sollte es anders sein – natürlich auch auf Zelluloid gebannt, denn Breton, das sind nie nur Film und nie nur Musik, sondern beides einzigartig und untrennbar miteinander verbunden. Breton gehören übrigens zur erweiterten WARP Familie, sie sind bei WARP im Verlag und werden in Frankreich gänzlich von WARP France betreut.

Hier das Video zu “Edward the Confessor”:

Und das Video zu “The Commission”:

Und die “Blanket Rule” EP:

Und das Beste zum Schluss: Die “Blanket Rule” EP gibt es via facebook sogar KOSTENLOS zum downloaden:
www.facebook.com/bretonlabs

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