Diagrams: Black Light

Label: Full Time Hobby / Rough Trade
VÖ: 13.01.2012
Spielzeit: 60:00 Min.
Bewertung: 11/12

Zusammen mit Mike Lindsay gründete Sam Genders die Band Tunng. Was als Duo begann endete als große Band. Die englische Presse nannte ihre Musik, eine Mischung aus  Singer/Songwritertum und elektronischer Spielerei, “Folktronica“. Drei Alben veröffentlichten sie zusammen, dann verließ Sam Genders Tunng, die 2010 ihr viertes Album veröffentlichten.

Und Sam Genders? Der veröffentlichte nach dem Ausstieg unter dem Namen Diagrams eine Solo-Ep, auf welches nun „Black Light“ als Full-Album folgt. Dass er singen und auch Lieder komponieren konnte weiß man ja schon seit seinen Tunng-Zeiten. Auf „Black Light“ stellt er dies nun wieder unter Beweis. Mit einer Stimme, die einfach sehr nach Peter Gabriel erinnert, untermalt er seine Songschreiberqualitäten.

Neun überaus abwechslungsreiche Lieder hat Genders auf seinem ersten Solo-Album untergebracht. Ein Album, welches nur schwer zu kategorisieren ist. Da ist zwar Folk ebenso wie eine große Kugel Pop drin, aber eigentlich ist es viel zu verwoben und verschachtelt hierfür. Folk-Pop versetzt mit psychodelischen Momenten. Einfühlsam aber auch fordernd. Und doch ist es so eingängig, dass man das Album kaum aus dem Player bekommt. „Black Light“ entfaltet gelinde gesagt eine fast schon hypnotisierende Wirkung. Dies liegt zum einen an den schon beschriebenen Merkmalen Genders: der Stimme und dem Songwriting. Aber auch die Umsetzung tut einiges hierfür. An den richtigen Stellen sind Bläser zu vernehmen, dann wieder Streichinstrumente und wenn es sein darf ist die Gitarre auch am werkeln. Oder die von ihm aus früheren Zeiten bekannten elektronischen Zutaten. Immer stets an den richtigen Punkten untergebracht und genaustens dosiert. Dies zusammengesetzt mit diesen funkig und groovig überzogenen Melodien… Fertig ist ein Klasse-Album zwischen Sufjan Stevens, Hot Chip, Metronomy und dem guten alten Peter Gabriel, welches ein Lächeln beim Hörer hervorrufen wird und die trübe Jahreszeit in den Hintergrund drängt. Ein Album, bei welchem das Herz aufblüht!

Tracklisting:
01. Ghost Lit
02. Tall Buildings
03. Night All Night
04. Appetite
05. Mills
06. Antelope
07. Black Light
08. Animals
09. Peninsula

Achja, und das Album immer schön bis zum Schluss hören. Weil dann wird’s wirklich 70ties-like drogenmäßig phosphoreszierend und psychodelisch abtrifftend.

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