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Lüften Arts & Music Festival: Tag 1

Das wir das noch erleben dürfen: Frankfurt hat ein erstzunehmendes Musikfestival bekommen! Aber nicht nur Musik, sondern auch Kunst und Performing Arts stehen beim Lüften Festival 2012 gleichermaßen im Vordergrund.

Rund 160 Bands und Musiker begeistern an diesem Juni-Wochenende die Besucher. Am Freitag, den 22. Juni um 13:00 Uhr öffnete das Festival erstmals seine Tore, bevor eine Stunde später mit der Darmstädter Band Okta Logue der musikalische Startschuss auf der Open Air-Bühne vor der Jahrhunderthalle fiel. Leider hatten sich zu dieser Zeit noch recht wenige Personen auf dem mehr als interessant gestalteten Festivalgelände eingefunden.

Wo geht's lang? Hier gibt es so Einiges zu entdecken.

Erst am frühen Abend mit Get well Soon begann sich das Festivalgelände mit Besuchern zu füllen. Konstantin Gropper plus Band begeisterten mit einer Vielzahl bekannter Stücke und stellten auch schon zwei neue Songs aus ihrem im Herbst erscheinenden Album „The Scarlet Beast O'Seven Heads“ vor.

Als nächstes waren The Notwist an der Reihe, die mit ihren elektronischen Sounds, erstellt durch u.a. Nintendo Wii-Controller die Menge faszinierten. Songs wie „Pick Up The Phone“ und „Pilot“ durften darunter nicht fehlen. Die Band um Markus Acher überzeugte vollends, so dass das Publikum sie nach dem regulären Set für zwei Zugaben zurück auf die Bühne jubelte.

The Notwist live auf der Open Air Bühne des Lüften 2012

Das Musikprogramm war so gut ausgewählt, dass kaum Zeit blieb, das liebevoll gestaltete Festivalgelände so richtig zu erkunden. Aber die Performing Arts sowie der kleine Kunstmarkt sollen auch in unserem Bericht nicht unerwähnt bleiben, zumal es viele liebevoll gestaltete Dinge und Installationen zu entdecken gab.

Im Lüften-Eingangsbereich, in der sogenannten „Artcargobay“,  kann man Kunst nicht nur ansehen und erleben, sondern ebenfalls kaufen, Punkbands in Käfigen lauschen oder die von verschiedenen Künstlern verzierten Fahrzeuge begutachten. An der „Waterside“ (dem Löschwasserteich vor der Jahrhunderthalle) tummeln sich die fliegenden Fische des Künstlers Paul Donda als Fishcloud im Bembel-Design, die man für 5 € pro Stück adoptieren und mit nach Hause nehmen kann.

So kommt das Kfz aber nicht über den TÜV...

Beim nächsten Regen ist die Kunst leider dah

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch Gaddafi wäre gerne beim Lüften gewesen

Was da wohl noch geht?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Open Air Bühne ging es um 20.30h mit The Shins weiter. Die Band aus Portland, OR hatte ein schweres Los gezogen, da parallel die Deutsche Elf um den Einzug ins EM-Halbfinale kämpfte. Aber der Großteil des Publikums blieb der Band treu, da James Mercer & Co. bereits vom ersten Song an eben dieses in ihren Bann zog. The Shins, die wohl zu den besten Indie-Pop Acts des 21. Jahrhunderts zählen, haben ein umfangreiches musikalisches Repertoire zu bieten, welches Dank so einiger „uh oh“ oder „la la“ Mitsingzeilen die Menge schnell in einen gewaltigen Chor verwandeln kann. Eben dies trat bei diesem Gig ein und die Lüften-Besucher trällerten fröhlich die Refrains von „Phantom Limb“ oder dem aus dem Garden State Soundtrack bekannten Lied „New Slang“ mit. Ganze 1,5 Stunden durfte mit The Shins getanzt und gesungen werden, was für einen Festivalauftritt eine grandiose Hausnummer ist.

James Mercer (The Shins) lässt das Publikum schweppen

Anschließend zog es die meisten Festivalgänger in das Foyer der Jahrhunderthalle, wo die letzten 30 Minuten des Fußballspiels liefen. Das 4:2 gegen Griechenland wurde reichlich und entspannt sitzend an verschiedenen TV-Geräten umjubelt. Generell fiel uns die gelassene Stimmung auf dem Festivalgelände sehr positiv auf, ist man so etwas von Großveranstaltungen leider nicht mehr gewohnt.

An der Waterfront: Festivalidylle bei strahlend blauem Himmel

Parallel zum Fußball durfte im „Casino“ zum Elektrobeat der Londoner Breton ausgiebig und ekstatisch getanzt werden. Zu Mitternacht hin wurde es draußen auf dem Gelände dann ruhiger, dafür jedoch in der Halle umso voller, da die gehypten When Saints Go Machine aus Dänemark und die Wahl-Berliner von The Whitest Boy Alive um den Norweger Erlend Oye (auch durch die Kings Of Convenience bekannt) aufwarteten.

Wer dann immer noch nicht genug hatte, hatte die Möglichkeit bis in die frühen Morgenstunden im Robert Johnson Club des Casinos bei wechselnden DJs wie Dixon und The Citizen‘s Band zu feiern.

Auf der Cargo Stage: Silky Thoss & DM Bob

Manuel Schreiner

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