Lüften Festival: Der Nachschlag
Während einige Medien in den letzten Tage nur bedingt gute Worte für das Lüften-Festival fanden und vor allem den Flopp in den Vordergrund stellen, wollen wir an dieser Stelle nochmal die Musiker und Künstler loben, die uns ein durchaus schönes Festivalerlebnis bereitet haben. Lucas Abela, Künstler aus Australien, lockte vor allem die männlichen Festivalbesucher in die Halle zum Speedway. Auf seiner mit Vinylplatten gebauten Rennstrecke konnte so mancher Freizeitraser sein Fahrtalent unter Beweis stellen und im Rennwagen mittels Videoübertragung und Lenkrad ein Miniaturauto über den Parcours fernsteuern. Great fun!
Auf der Open Air Bühne wurde es sonntags zwar etwas kühl und nass, aber Acts wie Sharon Jones & The Dap Kings, die Soul vom Feinsten zelebrierten, wussten, dem Publikum schnell einzuheizen. Vor allem Diva Sharon Jones mit ihrer herzigen und mitreißenden Art und Stimme hatte die Meute schnell auf ihrer Seite und zum rhythmischen Tanzen im Regen animiert.
Ein besonderes Angebot auf dem Lüften hatte sich hel5 alias Helga Schmidhuber überlegt. Die Künstlerin, die seit über 10 Jahren Tiere in den Fokus ihrer Zeichnungen stellt, hatte eigens für das Festivalpublikum kleine, tierische Dialogzeichnungen angefertigt, die sich Mutige für kleines Geld direkt vor Ort eintätowieren lassen konnten. Dabei handelte es sich bei allen Tattoos um Unikate und parallel zum Körperschmuck gab es die Originalzeichnung von hel5 mit dazu. Immerhin rund 20 Leute trauten sich, an diesem originellen und lebenslang haltenden Kunstprojekt teilzunehmen.
Zur Primetime ab 20:30h hatten sich leider nur wenige Fans vor der Open Air Bühne eingefunden, obwohl keine 15 Minuten später die Briten von Maximo Park, die eigens für diesen Gig aus ihrer Heimat angereist waren, auf der Bühne standen. Trotz dem parallel laufenden EM-Spiel Italien vs. England und anfänglichen, technischen Problemen, war vor allem Sänger Paul Smith bestens gelaunt.
Die Band stellte ihr neues Album „The National Health“ vor und spielte neben 7 neuen Songs aber auch 12 altbekannte Lieder wie „Going Missing“, „Books From Boxes“ und „Girls Who Play Guitars“. Die schätzungsweise 300 Fans vor der Bühne ließen sich trotz Nieselregen nicht beirren und Paul Smith wusste gekonnt durch kleine Einlagen wie einige Zeilen auf Deutsch oder Sticheleien bezüglich der Englischen Fußballelf sein Publikum bei Laune zu halten. Am Ende wurde dieses sogar mit einem Regenbogen am Himmel belohnt. Da strahlten die Gemüter wieder.
Nach einem kurzen Ausflug vor die Bildschirme im Foyer, um die Misere der Engländer zu verfolgen, ging es in der trockenen Jahrhunderthalle mit TEED (Totally Enormous Extinct Dinosaurs) weiter in die Nacht.
Bewaffnet mit einem blinkenden DJ-Pult auf düster-beleuchteter Bühne und 2 Tänzerinnen im hautengen Kostüm, bestieg Orlando Higginbottom die Kanzel, um 60 Minuten am Stück seine Art von Synthiesounds zu mischen. House, Elektropop, Beats und sein Gesang verschmolzen dabei zu einer Klangwand, die die Masse teils zum ekstatischen Tanzen animierte.
Den krönenden musikalischen Abschluss des Abends verschaffte Alex Clare, der aktuell mit seinem Hit „Too Close“ aus den Airplays der Radiostationen nicht wegzudenken ist.
Schade, dass all dies nicht mehr Menschen haben miterleben wollten. Das Lüften-Festival war definitiv ein großartiges Event, welches leider jedoch in der Flut an Veranstaltungen des vergangenen Wochenendes unterging. Es wäre zu hoffen, dass ein Event wie dieses mit überarbeitetem Konzept zur festen Institution in der Frankfurter Kulturlandschaft wird.














































