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The Culture In Memoriam: Rest In Pieces

Label: Stargazer Records/Broken Silence
VÖ: 17.02.12
Spielzeit: 27:05 Min.
Bewertung: 10/12

Mit "Rest in Pieces", dem dritten Album des schwedischen Singer & Songwriters Victor Håkansson und seinen stetig wechselnden Gastmusikern, setzen The Culture In Memoriam da an, wo viele Bands dieses Genres aufhören. Geprägt durch die Vergangenheit aber auch durch das politische Interesse Håkanssons' ist das Minialbum ein Auf und Ab; zwischen Wut, Verletzlichkeit, Pessimismus und auch Optimismus.

Durch den Opener "Run Emilie Run" wird man durch opulente Streicher in den wunderbaren Indiepop des Albums geleitet, der sich von seinem Vorgänger "Abolish History" unterscheidet und einen gern an die Fleet Foxes erinnern lässt. Scheinbar zuckersüß geht es bei "Death Of Jimmie" mit Akkordeon-Klängen weiter, gefolgt von verspielten Glöckchen-Tönen bei "Crafoord The Clown" und der mal fragilen, mal ausbrechenden Stimme Håkanssons'. Eins der schönsten Stücke diese Albums findet man in "Steady Hell", welches sehr düster und zerbrechlich, aber letztendlich durch den von Edda Magnasson gesungenen Part unglaublich stark wirkt. Der Eindruck bestätigt sich auch am Ende, denn so opulent wie "Rest In Pieces" begann, schließt es auch - mit Chören und großem Brumborium in "Lost At Sea".

Man möchte träumend im grünen Gras liegen und sich über die Schönheit der Welt freuen. Aber Halt! Bei The Culture In Memoriam geht es eher um die Missstände in der Gesellschaft, die beispielsweise rührig der Schwester erklärt werden. Es geht um den leidenschaftlichen Aufruf zum Kampf gegen den Kapitalismus, gegen Mächte und Hierarchien, die schlimme Dinge in der Welt anrichten, letztendlich sogar um die politischen Fehltritte im eigenen Land. Er positioniert sich deutlich, verfällt aber dennoch nicht in eine allgemeinen Lebensmüdigkeit, sondern reklamiert die Freiheit und verteidigt glühend all das, wofür es zu kämpfen lohnt.
"Rest in Pieces" ist nur auf den ersten Blick Gute-Laune-Pop und überrascht mit so unterschiedlichen Einflüssen und leidenschaftlichen Lyrics, der so nur schwerlich aus dem Ohr und dem Kopf zu bekommen ist. Wunderbares Album von einem interessanten Singer-Songwriter und seinem Musikerkollektiv, von denen man demnächst hoffentlich noch mehr zu hören bekommt.

Tracklist:
01. Run Emelie Run Start
02. Death Of Jimmie Start
03. Crafoord The Clown Start
04. Vanilla Wreck Start
05. Sisters Start
06. Steady Hell Start
07. Lost At Sea

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