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Der 4. Tag beim Airwaves war für uns zugleich der letzte Tag in Island. Das Festival ging jedoch erst am Sonntag zu Ende mit einem krönenden Abschlussabend im Nasa, den wir nun leider verpassen. Der Samstag stellte aber zugleich den wohl spannendsten Tag für uns dar. Am Nachmittag starteten wir in gemütlicher Runde backstage in der Harpa beim Interview mit Christian und Morten von der dänischen Band Treefight For Sunlight. Es ist unglaublich, dass diese 4 Herren gerade erst seit 15 Monaten live auftreten, denn ihr Konzert am Abend in der Harpa Nordurljós riss nicht nur uns vom Hocker, sondern vor allem die süßen, isländischen Mädels in den ersten Reihen, die vom Indiepop der Jungs hin und weg waren und mit Keyboarder Niels flirteten. Wir warteten währenddessen bereits mit Vorfreude auf das Kate Bush Cover von „Weathering Hights“, das Christian so gekonnt in hohem Falsettgesang trällerte, dass uns fast die Tränen und die Fans nicht aus dem Staunen heraus kamen. Godt klaret!

Treefight For Sunlight

Zuvor hatten wir uns zudem noch die Londoner Veronica Falls zu Gemüte geführt. Das 2 Mädels + 2 Jungs Quartett trumpfte mit seinem lieblichen Indiepop à la Belle & Sebastian oder Pains Of Being Pure At Heart voll auf und spielte sich schnell in die Herzen des Publikums. Schön schweppen ließ es sich vor allem zu unserem Lieblingssong ”Stephen”, welcher König über alles ist und zur aktuellen Single ”Bad Feeling”. Das Debüt-Album erscheint demnächst und sei Euch an dieser Stelle wärmstens ans Herz gelegt!

die zuckerpoppigen Veronica Falls

Der aus dem isländischen Ort Mosfellsbaer stammende Produzent und Ausnahmemusiker Ólafur Arnalds verzauberte anschließend das gesammte Publikum im vollen Harpa-Saal (mittlerweile gab es einen Einlassstop). Mit seinem Kalvier, Streichern und Elektrosounds vom Computer arrangierte er im düsteren Saal minutenlange Instrumentals zu schwarz/weißen Videoprojektionen. Musikalisch blickt der 25-Jährige bereits auf 5 Soloveröffentlichungen und viele Einflüsse durch seine (früheren) Bands Fighting Shit und Celestine (Metalcore), Kiasmos (Minimal-Techno) sowie durch Banjo-/ Klavier-/ Gitarre-Gastspiele für seinen Singer-Songwriter-Kollegen My Summer As A Salvation Soldier zurück. Sigur Rós Fans aufgepasst: seine Musik könnte Euch begeistern. Ólafur spielte bereits im Vorprogramm selbiger.

Ólafur Arnalds - das Multitalent des reykjaviker Hinterlands

Die sechs Bandmitglieder von Of Monsters And Men sind die wohl derzeit gefragtesten Musiker in Island. Ihr Debütalbum ”My Heart Is An Animal” steht schon seit mehreren Wochen in den Top 5 der isländischen Charts, so dass es sich die Band nicht nehmen lassen konnte, auf dem diesjährigen Iceland Airwaves gleich sechs Mal aufzutreten. Zumindest ein Mal haben wir es auch geschafft, diese wundervolle Band im Rahmen des Festivals live zu sehen und uns gleich den größten der Gigs im Harpa ausgesucht. Die Hütte war auch hier wie zu erwarten voll und die Musiker um Frontfrau Nanna und Frontmann Ragnar strahlten das Konzert über wie Honigkuchenpferde ob des begeisterten Publikums. Ihr melodiöser, catchy Pop mit Folkelementen (es kamen live z. B. Zieharmonika und Trompete zum Einsatz) riss auch uns mit. Ihre beiden Hitsingles ”Little Talks” sowie ”King And Lionheart” sind in Island gern gespielte Radiosongs, die durch die beiden sehr gut harmonierenden Stimmen von Nanna und Ragnar absolut berühren und auch live überzeugten (und uns hier und da an die Stars erinnerten). Wir wünschen uns sehr, dass diese tolle Band auch bald auf dem europäischen Festland Gehör findet!

Of Monsters And Men - einer der derzeit angesagtesten isländischen Acts

 

...mit 9 Mann auf der Bühne wird's kuschelig

Zum Abschluss unserer Festivalberichterstattung trieb es uns gen Idno, wo die UK-Truppe Mazes auf der Bühne stand. Auch die Veronica Falls hatten sich ins Publikum geschlichen, um dem rotzigen, punkigen Rock der 4 Jungs zu lauschen. Leider hatte die Band nicht so viel Drive wie von ihrem Debüt ”A Thousand Heys” zu erwarteten war. Ob das nun eine Laune des Sängers war oder daran gelegen hat, dass das Idno nur zur Hälfte gefüllt war, bleibt reine Vermutung. Wir hoffen jedoch, dass sich die Mazes schnell erholen und auch auf der Bühne die Power rüberbringen, die sie auf ihr Album gezaubert haben.

Mazes live im Idno

Trotzdem gehen wir an diesem letzten Abend in Island glücklich nach Hause bzw. zu unserem Apartment, dass in den letzten Tagen unsere Reykjaviker Residenz darstellte. Und zum Abschluss leuchten uns grüne Polarlichter den Weg. Hach, Iceland Airwaves sowie Land und Leute haben uns wirklich bereichert. Da kommen wir doch gerne wieder!

Polarlicht über der Harpa: ein kurzes aber eindrucksvolles Naturphänomen

 

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