So verflixt, wie man es durch den Jahrestag vermuten ließ, ging es zum Glück beim diesjährigen Phono-Pop-Festival nicht zu. Die 3 Organisatoren Florian Haupt, Matthias Metz und Carsten Roth bewiesen wieder einmal ein gutes Händchen und verwandelten das Festival im Rüsselsheimer Opel-Altwerk trotz wechselhaftem Wetter zu einer warmherzigen, relaxten Veranstaltung, bei der auch wir einige musikalische Neuentdeckungen machten. Trotz kurzfristiger Absagen von Team Me und Fanfarlo gelang es den Jungs mit Breton und Moritz Krämer noch in letzter Minute adäquaten Ersatz zu buchen.
Den Festival-Auftakt jedoch machte am Freitag, den 20. Juli die deutsche Band Me Succeeds. Gefolgt vom umjubelten Duo Me & My Drummer fing der erste Abend eher beschaulich an. Ein Wenig mehr Up-Tempo hätte jedoch gut getan, denn die Meute war noch sehr verhalten.
Die Londoner von Breton waren dann genau die richtige Medizin: Mit ihrer Mischung aus Indierock und Elektrobeats rüttelten sie uns alle langsam wach. Songs wie „Edward The Confessor“ mit seinen eingängigen Keyboardbeats und Samples sowie das markant breakbeatige „Interference“ animierten die Menge dann endlich zum Tanzen. So konnte es gerne weiter gehen!
Bühnenwechsel: Auf der Zweitstage wateten bereits die sympathischen Schweizer von We Invented Paris auf, die trotz reichlichem Couchsurfing innerhalb Europas und englischen Texten ihre sprachliche Heimat nicht verleugnen konnten. Mit Wasserbällen bewaffnet, wurde das Publikum seitens der Band zum Konzertvolleyball angeregt, was aus dem einen oder anderen Festivalbesucher die Sportskanone herauskitzelte. Mit ihren poppigen Nummern hatten sie die Zuschauer schnell im Griff und neue Fans gewonnen.
Weiter ging es mit den britischen Folk-Rockern von Dry The River, die von der Insel-Presse schon im letzten Jahr als neue Mumford & Sons gefeiert wurden. Uns persönlich kamen die Vier mit ihrer Mischung aus Kirchengesang und Hardrock eher dem Stil der US-amerikanischen Fleet Foxes nahe. Ausnahmslos wussten die Herren mit ihren Songs eine Spannung aufzubauen, die von mehrstimmigen Chorälen über akustische Gitarrenklänge in ein Meer von Drumschlägen und E-Gitarren mündete. Das Publikum hatten sie damit jedenfalls schnell auf ihrer Seite.
Als „Alleinunterhalter“ konnte man im Anschluss Denis Jones auf der Eingangsbühne bestaunen. Der besockte Improvisationskünstler beeindruckte durch sein Mischpult und jede Menge zusammengefrickelter Beats. Nach einem uns eine Ewigkeit erscheinenden Aufbau und Soundcheck der All-Girl-Band Warpaint waren die Nerven der Besucher doch etwas strapaziert. Auch die 4 Damen aus L.A. schienen nicht ganz zufrieden mit dem Sound. Gelohnt hat sich das lange Warten unserer Meinung nach nicht wirklich, denn die Psychodelic-Rockerinnen konnten uns nicht vom Hocker reißen. Da helfen auch Lobeshymnen von Anthony Kiedis nicht viel weiter…
Zum Ausklang des ersten Abends durfte dann noch mit dem Mainzer Kult-DJ Psycho Jones die Nacht durchgefeiert werden. Ob es zu später Stunde noch selbst-geschmierte Psycho-Stullen gab, konnten wir leider nicht mehr persönlich verfolgen.
Tag 2 fing für uns erst am frühen Abend mit den süßen Schweden von Urban Cone an, die beim Phono Pop ihr deutsches Festivaldebüt feierten. Wer mit Foster The People auf Tour ging und uns live gerne einmal an Gypsy & The Cat erinnerte, der hat schon mächtig Pluspunkte gesammelt. Leider waren die Jungs on stage etwas schüchtern und kommunizierten nicht sehr viel mit ihrem Publikum. Dieses ließ sich aber auch nicht dadurch beirren, dass die Band die Bühne plötzlich mitten im Set verließ. Es feierte die 5 Jungs mit kräftigem Applaus und ließ ihren lieblichen Elektroindiepop bei den anschließenden „Zugaben“ umso mehr aufleben.
Als absolutes erstes Highlight warteten wir danach gespannt auf die Schotten von We Were Promised Jetpacks. Die Vorfreude lohnte sich, denn mit viel Feedback, Stromgitarren und treibendem Gesang verwandelten die 4 unscheinbar aussehenden Jungs das Publikum in eine Rockformation. Eigentlich muss man gestehen, dass eben diese Combo die Aushängerocker des diesjährigen Phono-Pop-Festivals waren, die vermutlich am ehesten zum Pogo aufgerufen haben. Songs wie „It’s Thunder And It’s Lightning“ wurden dementsprechend frenetisch gefeiert.
Weil wir uns für unsere Lieblinge von Nada Surf unbedingt einen guten Platz sichern wollten, ließen wir die Postpunker von PTTRNS, die auf der Eingangsbühne spielten, links liegen. Die überaus sympathischen New Yorker spielten insgesamt 19 Stücke, die sich jedoch nicht an den Hits der Band entlanghangelten, sondern eine gute Mischung aus Albumtracks ihrer 6 Studioplatten darstellten. Mit viel Charme, einem improvisierten Birthday-Song für eine glückliche, männliche Person aus dem Publikum und einem guten Whiskey begeisterten Nada Surf über 1,5 Stunden lang. Das Rüsselsheimer Wetter spielte glücklicherweise mit und bei spontan eingesponnenen Songs wie „Inside Of Love“, bei dem die Menge vom Matthew Caws zum kollektiven Schunkeln angehalten wurde, erwärmten sich die Gemüter und Herzen schnell. Die 3 sichtlich gealterten Herren sowie ihre beiden von Calexico und Guided By Voices entliehenen Musiker hatten ihren Spaß bei ihrer Mini-Tour-Abschiedsshow, was sicherlich nicht zuletzt an der guten Atmosphäre im Opel-Altwerk und an dem auf der Bühne konsumierten alkoholischen Getränken gelegen haben mag.
Einen krönenderen Festival-Abschluss hätten sich die Besucher, Helfer und Organisatoren nicht wünschen können. Wir sind sicher, dass zum Ende des Phono-Pop-Festivals 2012 Jeder glückselig und zufrieden ins Bett gefallen ist. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächstjährige Line-Up und möchten diese Institution in der Rhein-Main-Musikszene nicht mehr missen! Danke liebes Phono-Pop-Team!
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Nach dem letztwöchigen Southside/Hurricane-Festival-Marathon, durften die Macher des 7. Rüsselsheimer Phono-Pop nun auch ihren Co-Headliner des Freitags bekannt geben: Dry The River. Somit ist das Line-Up nun fast rund und komplett. Lediglich für Samstag, den 21. Juli 2012 bleibt eine Band am Nachmittag noch "tba". Es darf also weiter spekuliert werden.
Die Namen des Freitags:
Me Succeeds, Me And My Drummer, Team Me, We Invented Paris, Dry The River, Denis Jones, Warpaint und als krönenden Abschluss am Abend DJ Psycho-Jones an den Turntables.
Und am Samstag dürft Ihr Euch freuen auf:
Yesterday Shop, Tino Hanekamp (liest aus seinem Buch "So Was Von Da"), Talking To Turtles, Urban Cone, Rue Royale, Fanfarlo, Steaming Satellites, We Were Promised Jetpacks, PTTRNS, Nada Surf
7. Phono Pop Festival
20.& 21. Juli 2012
Opel Altwerk Innenhof
Bahnhofsplatz
65428 Rüsselsheim
Festivaltickets: 39,00 € (zzgl. Gebühren)
Tagestickets: 25,00 € (zzgl. Gebühren)
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Die Themen: Dry The River, I Like Trains, Hooded Fang
Am Mikrofon: Felse
Die Playlist:
Midas Fall - BPD
The Shins - The Rival Spirals
We Are Augustines - Headlong Into The Abyss
Immanu El - Comforting Dawn
Wintersleep - Resusciate
Alcoholic Faith Mission - Running With Insanity
Cloud Nothings - No Future No Past
Hooded Fang - Brahma
Hooded Fang - Den Of Love
Eye Emma Jedi - Crucified
PacificUV - Funny Girl
The Twilight Sad - NIL
Artificial Brothers - Oh My God Oh My God
Dry The River - Shield Your Eyes
Dry The River - Lion`s Den
Dry The River - ??? (Hidden Track)
The Decemberists - Calamaty Song
Nive Nielsen & The Deer Children - Circumstances
Damien Jurado - Museum Of Flight
We Were Promised Jetpacks - Sore Thumb
I Like Trains - Mnemosyne
I Like Trains - Reykjavik
Rocky Votolato - Televisions Of Saints
Dan Mangan - Post-War Blues
Mark Berube - Barber Shop
Die nächste Sendung erwartet euch am irgendwann die Tage - wir hoffen, ihr seid wieder dabei!
High Fidelity jeden Montag von 21-23h auf Radio Rüsselsheim UKW 90,9 MHz (Kabel 96,9 MHz) oder via Live-Stream hier oder hier
Read moreDie Themen: Apparat, The Jezabels, Laura Marling, Nothington, We Were Promised Jetpacks
Die Playlist:
We Were Promised Jetpacks - Circles And Squares
Wild Flag - Romance
Danananananaykrod - Reboot
Adolar - Ungelenk Und Einstudiert
Backup - I Taste Blood
Nothington - Where I Can't Be Found
Nothington - Far To Go
Title Fight - Shed
Wolves Like Us - Deathless
This Love Is Deadly - Red Drop
The Jezabels - Prisoner
The Jezabels - Endless Summer
The Jezabels - Long Highway
Siskiyou - Twigs And Stories
The Cinematics - Nausea
The Drums - Money
Bon Iver - Perth
Laura Marling - Don't Ask Me Why
Laura Marling - Salinas
Ben Howard - The Wolves
Apparat - Song Of Los
Apparat - On Wide Shoulders
Zola Jesus - Seekir
We Were Promised Jetpacks - Medicine
French Films - Golden Sea
Grand Roses - Go Home
Napoleon In Rags - Empty Promises
We Were Promised Jetpacks - Sore Thumb
Die nächste Sendung erwartet euch am 21.11.2011 - wir hoffen, ihr seid wieder dabei!
High Fidelity jeden Montag von 21-23h auf Radio Rüsselsheim UKW 90,9 MHz (Kabel 96,9 MHz) oder via Live-Stream hier oder hier
Read moreLabel: Fatcat/ Rough Trade
VÖ: 14.10.2011
Spielzeit: 47:56 Min.
Bewertung: 10/12
We Were Promised Jetpacks warten in diesem Monat mit ihrem Zweitwerk auf. Die vier jungen Herren aus Edinburgh/ Schottland/ Großbritannien machen auf "In The Pit Of The Stomach" ihrem Bandnamen alle Ehre und geben von Beginn an mächtig Gas. Voller jugendlicher Energie spielt sich das Früh-Zwanziger-Gespann durch ein recht abwechslungsreiches Brit-Rock Programm, das zwischen lauten, verhallten Feedbackgitarren und zurückgenommener Melancholie kongenial changiert. Bands wie The Twilight Sad und Fightened Rabbit sind gute Freunde nicht nur im Geiste. Mister Ken Thomas hat der kräftigen Produktion den letzten Schliff verpasst. Der Mann macht das richtig gut, hat auch schon bei Sigur Ros und David Bowie Hand angelegt. Aber zurück zu den Jetpacks, die auf einer Strecke von 10 Songs auf ganzer Linie zu überzeugen wissen. Meinen persönlichen Bonus haben sie alleine schon durch ihren süßen "scottish accent" im Gesang. Mit ihren kleinen Hymnen („Through The Dirt And The Gravel“, „Boy In The Backseat“) werden sie sicher noch die eine oder andere Novemberwolke vergraulen. Und wenn man mit der abschließenden Symphonie „Pear Tree“ mit über 6 Minuten durch ist, möchte man auch einfach nur noch den Jetpack aufschnallen und den Raketenantrieb starten. Very promising, indeed! Catch 'em live!
Tracklist:
- Circles And Squares
- Medicine
- Through The Dirt And The Gravel
- Act On Impulse
- Hard To Remember
- Picture Of Health
- Sore Thumb
- Boy In The Backseat
- Human Error
- Pear Tree
Die Themen: The Rifles, Beirut, Horace Pinker, Other Lives
Die Playlist:
The Rifles - Long Walk Back
Horace Pinker - Placebo Effect
The Weakerthans - Tournament Of Hearts
Wintersleep - Orca
Cloud Control - There's Nothing In The Water We Can't Fight
Balloonmagic - I'd Like To Build A House
Clap Your Hands Say Yeah - Maniac
Southerly - Going Down
Morning Teleportation - Expanding Anyway
Napoleon In Rags - Empty Promises
Polar Bear Club - Screams In Caves
Horace Pinker - No Frequenzy
Dear Lion - Space Sister
The Rifles - Tangled Up In Love
Effi-Friends
Feist - How Come You Never Go There
Other Lives -As I Lay My Head Down
Other Lives - Old Statues
Sarabeth Tucek - Smile For No One
Kindest Lines - Strange Birds
The Jezabels - Endless Summer
The Avett Brothers - Shame
Beirut - East Harlem
Beirut - The Riptide
Beirut - Vagabond
Dan Mangan - Oh Fortune
Delay Trees - All Black Left
Flashguns - No Point Hanging Around
We Were Promised Jetpacks - Act On Impulse
Die nächste Sendung erwartet euch am 17.10.2011 - wir hoffen, ihr seid wieder dabei!
High Fidelity jeden Montag von 21-23h auf Radio Rüsselsheim UKW 90,9 MHz (Kabel 96,9 MHz) oder via Live-Stream.
















































